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MPU Einfach

Ratgeber: Alkohol

Wie lange Alkohol nachweisbar ist: Blut, Urin, Haare, EtG

Alkohol ist im Blut bis 12 Stunden nachweisbar, EtG im Urin bis 3 Tage, im Haar Monate, Leberwerte Wochen. Alle Zeiträume und was sie für die MPU bedeuten.

Stand: 7 Minuten Lesezeit Von MPU Einfach, Nürnberg

Alkohol ist im Blut und in der Atemluft wenige Stunden nachweisbar, meist bis zu 12 Stunden. Das Abbauprodukt EtG verrät Konsum im Urin für 1 bis 3 Tage und in den Haaren für Monate. Die Leberwerte GGT und CDT zeigen regelmäßiges Trinken noch 2 bis 8 Wochen nach dem letzten Glas.

Für die MPU ist das entscheidend: Welcher Wert gemessen wird, bestimmt, wie weit der Blick zurückreicht. Hier stehen alle Verfahren mit ihren Zeiträumen und das, was sie für Abstinenznachweis und Gutachten bedeuten.

Die Zeiträume im Überblick

Verfahren Was gemessen wird Nachweisbar (Richtwerte) Wofür
Blut Ethanol (Promille) bis etwa 12 Stunden, bei hohen Mengen länger Polizeikontrolle, Beweis im Strafverfahren
Atem Ethanol (mg/l) wie Blut, wenige Stunden Polizeikontrolle, Vortest
Urin Ethanol einige Stunden, etwas länger als Blut selten, kein Rückschluss auf Promille
Urin EtG (Ethylglucuronid) 1 bis 3 Tage, bei hohem Konsum bis 5 Tage Abstinenznachweis für die MPU
Haare EtG je 1 cm etwa 1 Monat, Standard 3 cm für 3 Monate Abstinenznachweis für die MPU
Blut CDT 2 bis 4 Wochen ärztliche Untersuchung bei der MPU
Blut GGT 4 bis 8 Wochen nach Ende des Konsums ärztliche Untersuchung bei der MPU
Blut MCV 2 bis 4 Monate ärztliche Untersuchung bei der MPU
Blut PEth 2 bis 4 Wochen ergänzender Marker, zunehmend verwendet

Alle Angaben sind Spannen. Wie lange ein Wert auffällig bleibt, hängt von Menge, Körpergewicht, Geschlecht, Leberfunktion und der Nachweisgrenze des Labors ab.

Die Zeiträume in diesem Artikel sind Richtwerte aus der Labormedizin, keine Garantie in die eine oder andere Richtung. Wer für den Abstinenznachweis mit der Nachweisgrenze rechnet, hat das Prinzip nicht verstanden: Die Kontrollen sind unangekündigt, und ein einziger positiver Befund beendet den gesamten Zeitraum.

Wie lange Alkohol im Blut nachweisbar ist

Der Körper baut Alkohol mit etwa 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde ab, im Mittel 0,15. Eine Frau mit 60 kg hat nach einer Flasche Wein (0,75 l) grob 1,5 Promille und braucht rund zehn Stunden, bis der Wert bei null ist. Ein Mann mit 85 kg kommt nach fünf Bier (0,5 l) auf etwa 1,2 Promille und braucht acht Stunden.

Daraus folgt die Rechnung, die jeden Morgen danach betrifft: Wer um 2 Uhr nachts mit 1,5 Promille ins Bett geht, hat um 7 Uhr noch 0,75 Promille, und das ist am Steuer eine Ordnungswidrigkeit, mit Ausfallerscheinungen eine Straftat. Ab welchem Wert die MPU droht, steht im Artikel MPU ab wie viel Promille.

Die Blutprobe ist der Beweis im Strafverfahren. Der gemessene Wert, die Blutalkoholkonzentration (BAK), steht später in Ihrer Führerscheinakte und damit vor dem Gutachter. Er rechnet zurück, wie viel getrunken worden sein muss, und vergleicht das mit dem, was Sie im Gespräch sagen.

Atemalkohol: der Wert bei der Kontrolle

Der Atemtest misst die Atemalkoholkonzentration in Milligramm je Liter. Als Faustregel entsprechen 0,25 mg/l etwa 0,5 Promille, 0,8 mg/l etwa 1,6 Promille. Für Ordnungswidrigkeiten reicht ein gerichtsfester Atemtest, bei Straftaten wird zusätzlich Blut genommen.

Nachweisbar ist Alkohol im Atem so lange wie im Blut. Für die MPU spielt der Atemwert keine Rolle mehr, er ist ein Momentwert.

EtG im Urin: der Standard beim Abstinenznachweis

Ethylglucuronid entsteht in der Leber beim Abbau von Alkohol und wird über den Urin ausgeschieden. Es bleibt deutlich länger nachweisbar als der Alkohol selbst: 1 bis 3 Tage nach moderatem Konsum, nach einem Abend mit viel Alkohol bis zu 5 Tage. Die übliche Nachweisgrenze der Labore liegt bei 0,1 mg/l.

Für den Abstinenznachweis zur MPU bedeutet das: Das Labor bestellt Sie unangekündigt ein, Sie müssen innerhalb von 24 Stunden erscheinen und unter Sicht eine Probe abgeben. Bei 6 Monaten sind es 4 Kontrollen, bei 12 Monaten 6. Ein Konsum am Samstag wird bei einer Einbestellung am Montag gefunden. Das ist der Zweck des Verfahrens.

Kleine Mengen Alkohol aus Lebensmitteln, etwa in Sauerkraut, Kefir oder sehr reifen Bananen, liegen in der Regel unter der Nachweisgrenze. Kritisch sind alkoholhaltige Medikamente, Mundwasser mit hohem Alkoholgehalt und Desinfektionsmittel in großen Mengen. Die Labore fragen das ab, und Sie sollten es von sich aus angeben.

Was ein Urinscreening kostet und wie Sie es über unseren Laborpartner SynLab buchen, steht auf der Seite Abstinenznachweis.

EtG in den Haaren: Monate im Rückblick

Haare wachsen etwa 1 cm im Monat, und EtG wird beim Wachsen eingelagert. Eine 3 cm lange Probe, am Hinterkopf kopfnah abgeschnitten, zeigt deshalb die letzten 3 Monate. Für 6 Monate Abstinenz reichen zwei Proben im Abstand von 3 Monaten, für 12 Monate vier, alternativ eine 6 cm lange Probe für ein halbes Jahr auf einmal.

Das Verfahren hat Grenzen. Gefärbtes, blondiertes oder dauergewelltes Haar liefert zu niedrige Werte und wird von den Laboren abgelehnt. Wer kürzer als 3 cm trägt, muss auf Urin ausweichen oder Körperhaar nehmen lassen, das jedoch unregelmäßiger wächst. Und die Haaranalyse unterscheidet nicht zwischen einem Abend und drei Wochen Konsum, sie zeigt die Summe des Zeitraums.

Die Grenze legen die Beurteilungskriterien fest, im Einklang mit dem Konsens der Society of Hair Testing: Unter 5 Picogramm EtG je Milligramm Haar spricht nichts gegen die Abstinenz, darüber gilt sie als widerlegt. Wer nahe an der Grenze liegt, sollte das mit dem Labor besprechen, bevor das Ergebnis zur Begutachtungsstelle geht.

Leberwerte: CDT, GGT und MCV

Die Leberwerte beweisen keinen einzelnen Konsum, sie zeigen Belastung über Wochen. Bei der ärztlichen Untersuchung in der MPU werden sie bestimmt und mit Ihren Angaben verglichen.

CDT (Carbohydrate-Deficient Transferrin) steigt bei täglichem Konsum von etwa 60 g Alkohol, das sind rund 1,5 Liter Bier, über mindestens ein bis zwei Wochen. Nach dem Ende des Konsums normalisiert sich der Wert innerhalb von 2 bis 4 Wochen. CDT gilt als spezifischster der klassischen Marker, kann aber bei Lebererkrankungen falsch hoch sein.

GGT (Gamma-Glutamyl-Transferase) ist ein Leberenzym, das bei regelmäßigem Trinken ansteigt und nach dem letzten Konsum 4 bis 8 Wochen braucht, um zurückzugehen. GGT steigt auch durch Medikamente, Übergewicht und Fettleber, deshalb allein kein Beweis.

MCV, das mittlere Volumen der roten Blutkörperchen, bleibt wegen der Lebensdauer der Zellen 2 bis 4 Monate auffällig. Auch dieser Wert ist unspezifisch.

Für den Gutachter ergibt sich daraus ein Bild: Wer angibt, seit einem Jahr abstinent zu leben, sollte normale Leberwerte haben. Erhöhte Werte sind kein Beweis fürs Gegenteil, aber eine Nachfrage. Was im ärztlichen Teil sonst passiert, steht im Artikel So läuft eine MPU ab.

Was das für Abstinenznachweis und MPU bedeutet

Aus den Zeiträumen folgen vier praktische Regeln.

Erstens: Der Abstinenznachweis läuft über EtG, nicht über Leberwerte. Ein Hausarztbefund mit normalen Leberwerten ersetzt kein Screening, weil er weder unangekündigt noch mit gesicherter Probenkette erhoben wurde. Die CTU-Kriterien, nach denen die Begutachtungsstellen Nachweise anerkennen, verlangen beides.

Zweitens: Der Zeitraum muss lückenlos sein. Zwischen zwei Urinkontrollen dürfen nicht mehr als drei Monate liegen, sonst entsteht eine Lücke, die der Gutachter nicht schließen kann. Bei Haaren gilt das Gleiche für den Abstand der Proben.

Drittens: Der Nachweis muss zum Zeitpunkt der MPU aktuell sein. Ein Zeitraum, der mehr als einige Monate vor dem Gutachten endet, verliert an Wert. Wer 12 Monate Abstinenz belegt, sollte den Untersuchungstermin so legen, dass die letzte Kontrolle kurz davor liegt. Wie Sie das zeitlich planen, zeigt der Artikel So läuft eine MPU ab im Abschnitt zum Zeitplan und die Seite Ablauf.

Viertens: Die Angaben im Gespräch müssen zu den Werten passen. Wer 1,8 Promille hatte und „gelegentlichen Konsum“ angibt, dem steht der Gutachter mit der Abbaurechnung gegenüber. Wie das Gespräch läuft und welche Fragen kommen, steht im Artikel Die Fragen im MPU-Gespräch.

Ob in Ihrem Fall 6 oder 12 Monate nötig sind, ob Urin oder Haar besser passt und wann Sie anfangen sollten, klären wir in der kostenlosen Erstberatung. Je früher der Nachweis beginnt, desto früher sitzen Sie wieder am Steuer.

FAQ

Häufige Fragen zu diesem Thema

Wie lange ist Alkohol im Urin nachweisbar?
Alkohol selbst (Ethanol) einige Stunden, etwas länger als im Blut. Das Abbauprodukt Ethylglucuronid (EtG) dagegen 1 bis 3 Tage, bei größeren Mengen bis zu 5 Tage. Für den Abstinenznachweis zählt EtG, deshalb fliegt auch der Konsum vom Wochenende bei einer Kontrolle am Montag auf.
Reicht es, drei Tage vor der Urinkontrolle nichts zu trinken?
Nein, denn die Kontrollen sind unangekündigt. Das Labor ruft an, und Sie müssen innerhalb von 24 Stunden erscheinen. Wer auf die Nachweisgrenze spekuliert, verliert den gesamten Zeitraum bei der ersten Einbestellung nach einem Konsum.
Was ist der Unterschied zwischen Leberwerten und EtG?
EtG ist ein direktes Abbauprodukt des Alkohols und beweist Konsum. Leberwerte wie GGT und CDT zeigen, ob die Leber über Wochen belastet war, sie können aber auch durch Medikamente oder Erkrankungen steigen. Für den Abstinenznachweis gilt deshalb EtG, Leberwerte prüft der Arzt bei der MPU zusätzlich.
Kann die Haaranalyse trotz Abstinenz positiv ausfallen?
Selten, aber es kommt vor, etwa durch alkoholhaltige Haarwässer oder stark alkoholhaltige Lebensmittel in großen Mengen. Umgekehrt können Färben, Blondieren und Dauerwelle den EtG-Wert senken. Deshalb verlangen die Labore unbehandeltes Haar und fragen Kosmetik ab. Bei Zweifeln kann eine zweite Probe oder ein Wechsel auf Urin helfen.

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