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MPU Einfach

Ratgeber: Fragen

Die Fragen im MPU-Gespräch und was dahintersteckt

Welche Fragen der Gutachter in der MPU stellt, sortiert nach Alkohol, Drogen und Punkten. Was er damit prüft und wie eine glaubwürdige Antwort aussieht.

Stand: 7 Minuten Lesezeit Von MPU Einfach, Nürnberg

Der Gutachter stellt in der MPU keine Wissensfragen und keine Fangfragen. Er fragt nach dem Vorfall, nach der Vorgeschichte, nach den Ursachen und nach dem, was sich seither geändert hat. Die Fragen unterscheiden sich je nach Anlass, das Prinzip bleibt gleich: Passen Ihre Angaben zur Akte, haben Sie das Problem erkannt, und trägt die Veränderung?

Hier stehen die typischen Fragen nach Anlass, mit der Erklärung, was der Gutachter damit prüft. Musterantworten gibt es nicht, aus gutem Grund, dazu am Ende mehr.

Was der Gutachter eigentlich wissen will

Die Behörde gibt der Begutachtungsstelle eine Fragestellung mit. Bei Alkohol lautet sie sinngemäß: Ist zu erwarten, dass der Betroffene künftig wieder unter Alkohol fährt? Bei Drogen: Nimmt er noch Betäubungsmittel, und kann er Konsum und Fahren trennen? Bei Punkten: Wird er weiter erheblich gegen Verkehrsregeln verstoßen?

Um das zu beantworten, orientiert sich der Gutachter an den Beurteilungskriterien, einem Regelwerk, das die Fachgesellschaften für die Fahreignungsbegutachtung herausgeben. Vereinfacht prüft er vier Dinge: die Diagnose (wie ausgeprägt war das Problem), die Einsicht (haben Sie es erkannt), die Veränderung (was ist konkret anders) und die Stabilität (seit wann, und wie abgesichert). Jede Frage im Gespräch zahlt auf einen dieser vier Punkte ein.

Der Gutachter hat Ihre Akte vor sich: Urteil, Blutwert, Polizeibericht, frühere Gutachten. Jede Angabe im Gespräch wird daran gemessen. Wer bei 1,7 Promille von „zwei, drei Bier“ spricht, hat das Gespräch in der ersten Viertelstunde verloren. 1,7 Promille entsprechen bei einem 80-Kilo-Mann grob zwei Litern Bier oder einer Flasche Wein, getrunken über wenige Stunden.

MPU-Fragen bei Alkohol

Alkohol ist mit rund 43 Prozent der häufigste Anlass (BASt, 2024). Das Gespräch dreht sich um Trinkmengen, Trinkmuster und die Frage, ob Sie künftig abstinent leben oder kontrolliert trinken wollen.

Frage Was der Gutachter prüft
„Schildern Sie den Tag des Vorfalls. Was haben Sie getrunken, wann, wie viel?“ Stimmt die Menge zur gemessenen Promillezahl? Wissen Sie, wie viel Alkohol in Ihrem Körper war?
„Wie konnten Sie mit 1,7 Promille noch fahren?“ Alkoholgewöhnung. Wer bei diesem Wert noch das Auto findet, hat jahrelange Übung. Das zu leugnen ist der häufigste Fehler.
„Wie hat sich Ihr Trinken in den letzten zehn Jahren entwickelt?“ Diagnose. Gelegenheitskonsum, Gewohnheit, Missbrauch oder Abhängigkeit? Die Antwort muss zum Promillewert passen.
„Was hat der Alkohol für Sie erledigt?“ Funktion. Entspannung, Einschlafen, Geselligkeit, Stress? Wer die Funktion nicht kennt, kann sie nicht ersetzen.
„Was ist seit dem Vorfall anders?“ Veränderung. Abstinenz oder kontrolliertes Trinken, seit wann, wie belegt, wer weiß davon.
„Was machen Sie, wenn Ihr Chef Sie nächste Woche zum Bier einlädt?“ Stabilität. Konkrete Strategie statt „Ich sage einfach Nein“.
„Warum sollten wir Ihnen glauben, dass es dabei bleibt?“ Ob Sie die Frage aushalten und mit Fakten antworten: Laborwerte, Zeitraum, Veränderungen im Umfeld.

Je höher der Promillewert und je länger die Vorgeschichte, desto eher erwartet der Gutachter einen Abstinenznachweis und eine Abstinenzentscheidung. Kontrolliertes Trinken kommt in Betracht, wenn keine Abhängigkeit vorlag und das geänderte Trinkverhalten seit Monaten belegt ist. Welcher Weg für Sie passt, klären wir auf der Seite MPU wegen Alkohol und, für den Sonderfall, unter MPU ohne Abstinenz.

MPU-Fragen bei Drogen und Cannabis

Bei Drogen prüft der Gutachter zuerst, ob Sie noch konsumieren. Bei harten Drogen gilt: nur mit belegter Abstinenz. Bei Cannabis kommt es seit dem Grenzwert von 3,5 ng/ml THC (seit 22.08.2024) auf das Konsummuster an und darauf, ob Sie Konsum und Fahren trennen können.

Frage Was der Gutachter prüft
„Seit wann konsumieren Sie, wie oft, welche Substanzen?“ Diagnose. Gelegentlich, regelmäßig, abhängig? Mischkonsum? Die Antwort wird mit den Haarwerten verglichen.
„Wie viel Zeit lag zwischen Konsum und Fahrt?“ Trennvermögen. Wer am Morgen nach dem Joint fährt, hat es nicht.
„Wann haben Sie zuletzt konsumiert?“ Abstinenz. Das Datum muss zu den Laborwerten passen, auf den Tag genau.
„Was hat sich in Ihrem Freundeskreis geändert?“ Stabilität. Wer weiter im alten Umfeld konsumiert, wird rückfällig.
„Was unterscheidet Sie heute von damals?“ Einsicht. Keine Floskel, sondern Beispiele aus dem Alltag.

Für die Drogen-MPU gelten eigene Nachweisfristen, meist 12 Monate bei harten Drogen, 6 Monate bei Cannabis ohne Abhängigkeit. Mehr auf der Seite MPU wegen Drogen.

MPU-Fragen bei Punkten

Bei 8 Punkten in Flensburg geht es nicht um Substanzen, sondern um Einstellung. Die Fragen klingen harmloser, sind aber nicht leichter.

Frage Was der Gutachter prüft
„Welche Verstöße stehen in Ihrer Akte, und warum ist es dazu gekommen?“ Ob Sie die Verstöße kennen und benennen oder sie als Pech abtun.
„Was haben die Verstöße gemeinsam?“ Muster. Zeitdruck, Konkurrenzdenken, Gleichgültigkeit? Wer das Muster sieht, kann es ändern.
„Wie hat sich Ihr Fahrverhalten geändert?“ Konkrete Beispiele: Abfahrtszeiten, Tempomat, Umgang mit Drängeln.
„Was machen Sie, wenn Sie zu spät dran sind?“ Stabilität unter Druck.

Den Weg zur Punkte-MPU beschreibt die Seite MPU wegen Punkten.

MPU-Testfragen: was Arzt und Leistungstest wissen wollen

Wer nach „MPU Testfragen“ sucht, meint oft die beiden anderen Teile des Tages. Der Arzt fragt nach Vorerkrankungen, Medikamenten, Trink- oder Konsumgewohnheiten und nimmt Blut oder Urin ab. Seine Fragen sind kurz und sachlich, die Antworten müssen zu den Laborwerten passen. Der Leistungstest am Computer stellt keine Fragen, sondern Aufgaben zu Reaktion und Konzentration. Beides lässt sich nicht auswendig lernen, beides ist selten der Grund für ein negatives Gutachten. Entscheidend bleibt das Gespräch mit dem Psychologen.

Wie eine glaubwürdige Antwort aufgebaut ist

Gutachter hören jeden Tag Antworten. Sie erkennen in Minuten, ob jemand erzählt oder aufsagt. Eine glaubwürdige Antwort hat eine erkennbare Struktur, und die lässt sich nicht lernen, sondern nur erarbeiten:

  1. Sie ist konkret. Nicht „Ich habe zu viel getrunken“, sondern „Unter der Woche zwei bis drei Bier am Abend, am Wochenende deutlich mehr, oft eine Flasche Wein dazu.“
  2. Sie passt zur Akte. Die Trinkmenge erklärt den Promillewert, das Datum der letzten Einnahme passt zur Haaranalyse.
  3. Sie benennt die Funktion. „Der Alkohol hat mich nach der Schicht runtergebracht. Ohne konnte ich nicht abschalten.“
  4. Sie beschreibt die Veränderung mit Datum und Beleg. „Seit dem 3. Februar trinke ich nichts mehr. Die Kontrollen beim Labor laufen seit März, sechs Stück bis jetzt.“
  5. Sie hat eine Antwort für die nächste Krise. „Wenn es auf der Arbeit wieder eng wird, gehe ich nach der Schicht laufen. Das mache ich seit dem Frühjahr, und meine Frau fragt nach, wenn ich es ausfallen lasse.“

Was fehlt, ist das Wort „Einstellung“. Es kommt in jeder auswendig gelernten Antwort vor und in kaum einer echten.

Warum wir keine Musterantworten herausgeben

Zwei Gründe. Der erste ist praktisch: Musterantworten passen nicht zu Ihrer Akte. Jede Vorlage, die „zwei Bier“ sagt, scheitert an 1,7 Promille. Der zweite ist der Gutachter selbst. Er fragt nach. „Sie trinken nichts mehr? Was war an Silvester?“ Wer eine gelernte Antwort gibt, hat auf die zweite Frage keine.

Was funktioniert, ist das Gegenteil: die eigene Geschichte so lange durchgehen, bis sie ohne Lücken erzählt werden kann, mit Zahlen, Daten, Namen. Das ist der Kern unserer Vorbereitung, in Einzelgesprächen mit einem Psychologen, die mit einer Simulation des Gesprächs enden. Was die Pakete enthalten, steht auf der Seite Preise.

Wer vorab prüfen will, wie es sich anfühlt, findet unter MPU-Test Übungsfragen, wie sie im Gespräch vorkommen. Beantworten Sie sie laut, am besten vor jemandem, der nachfragt. Wenn Sie bei der dritten Nachfrage ins Stocken geraten, wissen Sie, wo die Arbeit anfängt.

Wie der ganze Untersuchungstag abläuft, vom Empfang bis zum Gutachten, steht im Artikel So läuft eine MPU ab. Und wo Sie stehen, klären wir in der kostenlosen Erstberatung, 15 Minuten, mit Blick auf Ihren Fall.

FAQ

Häufige Fragen zu diesem Thema

Gibt es bei der MPU Fangfragen?
Nicht im Sinne von Tricks. Was Betroffene als Fangfrage erleben, ist meist eine Nachfrage, die eine auswendig gelernte Antwort entlarvt: „Sie sagen, Sie trinken gar nichts mehr. Was war an Silvester?“ Der Gutachter vergleicht Ihre Angaben mit der Akte, den Laborwerten und dem, was Sie zehn Minuten vorher gesagt haben. Wer die Wahrheit erzählt, muss sich nichts merken.
Was darf ich bei der MPU nicht sagen?
Alles, was den Vorfall kleinredet: „Ich hatte nur Pech“, „Die Polizei hat übertrieben“, „Ich vertrage viel“. Auch Sätze, die nach Ratgeber klingen: „Ich habe meine Einstellung grundlegend geändert.“ Und keine Angaben, die der Akte widersprechen, etwa eine Trinkmenge, die zu 1,7 Promille nicht passt.
Bekomme ich die MPU-Fragen und Antworten als PDF?
Solche Listen kursieren im Netz, wir geben keine heraus. Gutachter erkennen vorformulierte Antworten in wenigen Minuten, und sie passen nie zu Ihrer Akte. Was wir anbieten: Übungsfragen unter /mpu-test/, mit denen Sie prüfen können, ob Ihre eigene Geschichte Nachfragen standhält.
Wie lange dauert das psychologische Gespräch?
45 bis 90 Minuten, je nach Anlass und Vorgeschichte. Bei einer Punkte-MPU oft kürzer, bei Alkohol mit langer Konsumgeschichte länger. Der ganze Untersuchungstag mit ärztlicher Untersuchung und Leistungstest dauert drei bis fünf Stunden.

Der erste Schritt

15 Minuten, kostenlos, unverbindlich. Danach wissen Sie, was auf Sie zukommt.

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