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MPU Einfach

Straftaten-MPU

MPU wegen Straftaten oder Fahrerflucht

Hier gibt es keinen Laborwert, der für Sie spricht. Der Gutachter hat Ihre Akte und Ihr Gespräch. Er will wissen, wie es zu der Tat kam, was sie mit Ihrer Art zu reagieren zu tun hat und was heute anders ist.

Die Fakten

Ermessen statt Automatik: Was bei Straftaten im Verkehr gilt.

§ 11

Abs. 3 FeV: Ermessen der Behörde

Bei Straftaten kann die Führerscheinstelle eine MPU anordnen, sie muss es nicht. Was zählt: Schwere der Tat, Wiederholung, Hinweise auf Aggression.

§ 142

StGB: Fahrerflucht

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. Bei Verletzten oder bedeutendem Sachschaden entzieht das Gericht in der Regel die Fahrerlaubnis.

Kein

Abstinenznachweis

Ohne Alkohol oder Drogen in der Akte gibt es kein Laborprogramm. Belegen müssen Sie etwas anderes: dass sich Ihre Einstellung geändert hat.

6-8

Wochen Vorbereitung

Ohne Nachweiszeit geht es schneller als bei Alkohol oder Drogen. Steht der Termin schon fest, auch in zwei Wochen per Express.

Welche Delikte zur MPU führen

Anders als bei Alkohol ab 1,6 Promille oder bei acht Punkten gibt es für Straftaten keine feste Grenze. § 11 Abs. 3 FeV erlaubt der Führerscheinstelle die Anordnung bei einer erheblichen Straftat im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr, bei wiederholten Straftaten und bei Taten, die auf ein hohes Aggressionspotenzial hinweisen. Meist passiert das beim Antrag auf Neuerteilung nach einem Entzug durch das Gericht. In der Praxis sind es vor allem diese Fälle:

  • Fahrerflucht, also unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (§ 142 StGB), vor allem bei Verletzten oder bedeutendem Sachschaden
  • Nötigung im Straßenverkehr (§ 240 StGB): dichtes Auffahren, Ausbremsen, Abdrängen
  • Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c StGB) und verbotene Kraftfahrzeugrennen (§ 315d StGB)
  • Fahren ohne Fahrerlaubnis (§ 21 StVG), besonders wenn es während einer Sperrfrist oder wiederholt passiert
  • Körperverletzung, Bedrohung oder andere Gewaltdelikte, auch außerhalb des Verkehrs, wenn sie auf ein hohes Aggressionspotenzial schließen lassen

Waren Alkohol oder Drogen beteiligt, kommen die Fragen zum Konsum dazu, meist mit Abstinenznachweis. Was dann gilt, steht auf den Seiten Alkohol-MPU und Drogen- und Cannabis-MPU. Wer die Fahrerlaubnis durch das Gericht verloren hat, findet den Weg zur Neuerteilung auf der Seite Führerschein weg.

Das Gespräch

Diese Fragen stellt der Gutachter bei Straftaten.

Der Psychologe sucht das Muster hinter der Tat. Nötigung ist selten ein Ausrutscher ohne Vorgeschichte. Wer sagt, so etwas sei ihm noch nie passiert, und in der Akte stehen Punkte wegen Abstandsverstößen, verliert die Glaubwürdigkeit im ersten Satz.

Alle MPU-Fragen im Ratgeber
  1. 1

    Schildern Sie den Vorfall. Was ist passiert, was haben Sie in dem Moment gedacht, was danach?

  2. 2

    Warum sind Sie nach dem Unfall weitergefahren, statt anzuhalten?

  3. 3

    Wie oft sind Sie vor dem Vorfall in Situationen geraten, in denen Sie im Verkehr wütend wurden oder gedrängelt haben?

  4. 4

    Welche Rolle spielten Zeitdruck, Ärger oder das Gefühl, im Recht zu sein?

  5. 5

    Was hat der Vorfall für die anderen Beteiligten bedeutet, und wie stehen Sie heute dazu?

  6. 6

    Was haben Sie seit der Tat konkret geändert, und woran kann man das sehen?

  7. 7

    Wie reagieren Sie heute, wenn Sie jemand schneidet oder ausbremst?

So helfen wir

So bereiten wir Sie auf die Straftaten-MPU vor

Die kostenlose Erstberatung beginnt mit der Akte: Urteil, Fragestellung der Behörde, frühere Einträge. Daraus ergibt sich, worauf der Gutachter achten wird und ob ein Training oder eine Beratung sinnvoll ist, deren Bescheinigung Sie mitbringen.

Die Vorbereitung selbst läuft in Einzelgesprächen mit Psychologen, je 50 Minuten per Video. Dort arbeiten wir die Tat auf, nicht als Entschuldigung, sondern als Geschichte mit Ursache und Wendepunkt: Was ist in dem Moment in Ihnen passiert, was gab es davor, was machen Sie heute anders. Lernmaterial begleitet die Zeit zwischen den Terminen, eine Prüfungssimulation prüft am Ende, ob die Darstellung Nachfragen aushält. Wer die Aufarbeitung weitgehend selbst leisten kann, kommt mit dem Paket Basic aus: Aktenanalyse, Übungsfragen, Videos und eine Prüfungssimulation mit Psychologen. Die Einzelgespräche gibt es ab dem Paket Smart. Bei knapper Zeit oder langer Akte passt Smart Plus mit der zweiten Simulation. Alle Inhalte stehen auf der Preisseite, den Weg von der Erstberatung zum Gutachten zeigt die Seite Ablauf.

Worum es im Gespräch geht

Die Fragestellung lautet sinngemäß, ob zu erwarten ist, dass Sie künftig erheblich oder wiederholt gegen Strafgesetze im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr verstoßen. Der Gutachter beantwortet das anhand Ihrer Einstellung zu Regeln und zu anderen Verkehrsteilnehmern, Ihrer Impulskontrolle in Stress- und Ärgersituationen und der Frage, ob Sie Verantwortung für die Tat übernehmen oder sie den Umständen zuschreiben.

Bei Fahrerflucht kommt ein Punkt dazu: Weiterfahren ist eine Entscheidung, keine Reaktion. Der Gutachter fragt, was in den Sekunden nach dem Aufprall in Ihnen vorging: Angst, Panik, die Hoffnung, dass es niemand gesehen hat. Wer das benennen kann, ist weiter als jemand, der den Unfall angeblich nicht bemerkt hat, obwohl im Urteil etwas anderes steht.

Verhaltensänderung belegen, ohne Labor

Bei Alkohol spricht die Laborbescheinigung für Sie. Hier müssen Sie selbst sprechen, mit Belegen. Was Gutachter anerkennen:

Teilnahmebescheinigungen über ein Anti-Aggressions-Training, eine verkehrspsychologische Beratung oder eine Psychotherapie. Dazu Änderungen im Alltag, die Sie beschreiben können: andere Zeitplanung, keine Fahrten im Ärger, ein anderer Umgang mit Provokation. Bei Fahrerflucht außerdem der Umgang mit dem Geschädigten, etwa Wiedergutmachung oder Täter-Opfer-Ausgleich.

Was nicht reicht: die Zusicherung, dass es nie wieder vorkommt. Die hört der Gutachter von jedem. Was zählt, sind Beispiele aus den letzten Monaten, in denen Sie anders reagiert haben als früher. Wie der Untersuchungstag abläuft, steht im Ratgeber So läuft eine MPU ab; wer die Begutachtungsstellen in Nürnberg sucht, findet sie auf der Seite MPU-Vorbereitung Nürnberg.

FAQ

Häufige Fragen zur Straftaten-MPU

Was Menschen uns nach einem Urteil wegen Fahrerflucht, Nötigung oder Fahren ohne Fahrerlaubnis fragen.

Führt Fahrerflucht immer zur MPU?
Nein. Nach § 11 Abs. 3 FeV liegt die Anordnung im Ermessen der Behörde. Bei einem Parkrempler mit kleinem Schaden bleibt es oft bei Geldstrafe und Punkten. Bei Verletzten oder hohem Schaden folgt meist Entzug mit Sperrfrist, und die Behörde fordert vor der Neuerteilung häufig das Gutachten.
Brauche ich bei einer Straftaten-MPU einen Abstinenznachweis?
Nicht, solange kein Alkohol und keine Drogen im Spiel waren. Der Gutachter prüft Ihre Einstellung zu Regeln und Ihre Impulskontrolle, nicht Ihren Konsum. Stand bei der Tat Alkohol im Blut, kommen die Regeln der Alkohol-MPU dazu, dann auch mit Nachweis.
Zählen Straftaten außerhalb des Straßenverkehrs?
Ja, wenn sie auf ein hohes Aggressionspotenzial hinweisen. § 11 Abs. 3 FeV nennt solche Taten ausdrücklich, auch ohne Fahrzeug. Eine Körperverletzung in einer Kneipe kann die Führerscheinstelle also zur MPU veranlassen, wenn sie davon erfährt, etwa über das Urteil.
Wie lange dauert die Vorbereitung auf eine Straftaten-MPU?
Ohne Abstinenznachweis reichen meist sechs bis acht Wochen für Aktenanalyse, Einzelgespräche und Simulation. Länger wird es, wenn Sie vorher noch ein Training abschließen wollen, dessen Bescheinigung Sie vorlegen möchten. Steht der Termin bereits, geht es über die Expressvorbereitung in zwei Wochen.
Was kostet die Vorbereitung bei einer Straftaten-MPU?
Unsere Pakete kosten 749 €, 1.949 € und 2.479 €, zahlbar in zinsfreien Raten. Wer die Aufarbeitung weitgehend selbst leisten kann, kommt mit dem Paket Basic aus: Aktenanalyse, Übungsfragen, Videos und eine Prüfungssimulation mit Psychologen. Die Einzelgespräche gibt es ab dem Paket Smart. Dazu kommt die Gebühr der Begutachtungsstelle. Alle Posten stehen auf der Preisseite und im Ratgeber Was eine MPU kostet.

Der erste Schritt

MPU nach einer Straftat? In 15 Minuten wissen Sie, was der Gutachter von Ihnen hören will.

Rufen Sie an, schreiben Sie per WhatsApp oder starten Sie die Erstberatung online. Sie erreichen uns Mo-Fr 8-18 Uhr, kein Callcenter dazwischen.